Ausflug nach China

Re: Ausflug nach China

Beitragvon guzzipapa » Sa 17. Aug 2019, 23:58

Das ist traurig für den Ducatifahrer, wenn er wegen einer radikalen Verdauungsstörung die Reise abbrechen muss. Der hätte gleich am Anfang den Tierarzt um Rat fragen sollen. Bei kranken Kälbern oder Schweinen ist die wichtigste Massnahme bei Durchfallerkrankungen, dass man den Flüssigkeitshaushalt in Ordnung hält. Beim Menschen genau so. Nur hat das in dem konkreten Fall keiner gewusst.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Mo 19. Aug 2019, 09:02

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon uwe.v11 » Mo 19. Aug 2019, 11:02

das ist wirklich spannend :clap:
weiter so bitte :danke:
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hirschhäuser » Mo 19. Aug 2019, 15:38

... schließe mich Uwe vollumfänglich an!!
Hans, weiter so. Ich freue mich auf jeden Bericht und halte euch weiterhin die Daumen :clap:

Gruß Stephan
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Do 22. Aug 2019, 12:23

Der lange Weg nach Kashgar (China).
Kirgisien war toll.
Es gibt in Kirgisien nur sehr wenig asphaltierte Strassen, dafür aber Schotterpisten bis über 3500 m Höhe.
Was wäre das für ein Spass mit leichten 600 ccm Enduros ohne Gepäck gewesen.
Mit unseren Dickschiffen waren die Pisten sehr fordernd an Mensch und Maschine.
Welch ein Unterschied:
Nach wochenlangen schweisstreibenden Temperaturen dann auf dem ersten richtigen Pass bei 7 Grad C zu stehen.
Nach wirklich landschaftlich tollen Bergpassagen erreichten wir unser letztes Übernachtungsziel in Kirgisien, ein Jurtencamp in Tash Rabat, dem östlichsten Ort der legendären Seidenstrasse ausserhalb Chinas auf 3200 m Höhe im Schneetreiben gegen 19.00 Uhr.
Nach einer kalten Nacht ohne Waschmöglichkeit ging es am nächsten Tag bei - 5 Grad C um 6.00 Uhr weiter, damit wir rechtzeitig den Grenzübergang nach China auf dem 4000 m hohen Torugart Pass erreichen.
Obwohl wir schon um 10.15 Uhr an der Grenze waren brauchten wir bis um 3.30 Uhr (nicht 15.30 Uhr) bis wir das von der Grenze 160 Kilometer entfernte Kashgar erreichten.
Wir warteten 7 Stunden an der Grenze auf dem Pass in 4000 m Höhe bei Scheegestöber und Temperaturen knapp über 0 Grad C ohne Unterstellmöglickeit im Freien.
Unsere Motorräder mussten wir an einer 70 Kilometer von Kashgar entfernten Zollstelle zurück lassen.
Nach wenigen Stunden Schlaf fuhren wir um 8.00 Uhr mit einem Bus zur Zollstelle um die Motorräder zu holen.
Zeitaufwand ca. 7 Stunden, aber zumindest hatten wir unsere Motorräder wieder.
Heute um 8.00 Abfahrt zur "Zulassungstelle" für die chinesische Zulassung, einfache Strecke 40 Kilometer, Gesamtdauer 6 Stunden.
Jetzt ist das ganze Prozedere, dass wir in China, natürlich nur mit einer offiziellen Begleitperson, fahren dürfen abgeschlossen.
Morgen müssen wir um 5.30 Uhr abfahren, damit wir unsere ca.
650 Kilometer erntfernte Übernachtungsmöglichkeit erreichen.
Die ursprünglich geplante Übernachtung in Kudi ist nicht möglich, weil dies Ausländern zur Zeit nicht erlaubt ist.
Wir fahren zuerst entlang der Taklamatan Wüste bis wir dann noch einige Pässe zum Hochland haben um unser Ziel auf 3800 m Höhe zu erreichen.
Voraussichtlich werden wir auf der Strecke mindestens sieben mal kontrolliert, wobei nicht bekannt ist, wie lange die Kontrollen dauern.
Laut Reiseleitung ist im Schnitt mit einer Stunde pro Kontrolle zu rechnen.
Einen Kontrollwahnsinn und Überwachung wie ich sie bis jetzt in China erlebt habe, hätte ich mir in meinen übelsten Träumen nicht vorstellen können.
Leider kann ich keine Bilder einstellen, weil der Bilderversand weder über e-mail, whats app oder skype möglich ist.
Funktionieren würde der Versand nur über das chinesische whatsmee, was aber auf meinem alten i-phone 5 nicht läuft.
Unsere Truppe und die Motorräder sind fit für Tibet.
Nach der langen Anreise freuen sich nun alle auf Tibet.
Ich hatte leichte Bedenken, ob alle Motorräder nach der kalten Nacht im Jurtencamp in Verbindung mit dem schlechten Benzin und der Höhenlage anspringen würden, aber es funktionierten alle Motorräder einwandfrei.
Eine KTM ist noch in der Werkstatt. Ein Simmering eines Gabelholmes wurde bei einer Laufleistung von 88000 Kilometer undicht.
Wenn ich wieder einmal Zeit habe, was aber selten ist, schreibe ich was weiter so alles passiert.
Es tut mir leid, dass ich keine Bilder mehr einstellen kann.
Aber wenn es die Volksrepublik so will, kann ich es nicht ändern.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Luhbo_ » Do 22. Aug 2019, 20:17

Ja, ist Schade, daß sie sich so anstellen. Ist eigentlich ein schönes Land und die Leute sind genauso nett, freundlich und interessiert wie in den anderen Ländern auch. Schreib wieder was, es geht auch ohne Bilder. Als ich das letzte Mal rüber wollte hat sich das Zoll Mädchen den Pass zwei Minuten verkehrt rum vors Gesicht gehalten und dann mit wichtiger Geste ihren Stempel rein gemacht. Hab gedacht, das gäbe es nur im Film
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » So 25. Aug 2019, 10:25

Die Volksrepublik China hat meinen phone-Anschluss gesperrt, deshalb kann ich bis zu meiner Rückkehr keine weiteren Berichte einstellen.
Eine Zusammenfassung gibt es wenn ich wieder in Deutschland bin. Wir haben Tibet erreicht, Tibet ist traumhaft schön.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Do 12. Sep 2019, 15:38

Ich bin zurück.

Ob in Bulgarien

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am Mount Everest

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in Lhasa

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oder entlang des Mekong

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es war eine einzigartige Reise.
Mehr Informationen gibt es nach und nach, je nach dem wie es sich zeitlich ausgeht.
Natürlich nur, wenn es jemanden interessiert.

Salve
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon uwe.v11 » Do 12. Sep 2019, 15:42

super :anbet:
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hirschhäuser » Do 12. Sep 2019, 15:58

hans hat geschrieben:... Natürlich nur, wenn es jemanden interessiert. ... Hans


Also ich hab bis jetzt alle Reiseberichte von Dir verschlungen, bitte weiter so!!!

Gruß Stephan
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Do 12. Sep 2019, 18:04

Schön von Dir zu lesen.
Bin sehr an weiteren Details zu Deiner ausgewöhnlichen Reise interessiert.

Also nur her damit :dafuer:
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon guzzipapa » Do 12. Sep 2019, 18:55

Schön, dass du wieder gut zu Hause angekommen bist. Und natürlich warten alle gespannt auf weitere Informationen und Bilder.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Schattenparker » Fr 13. Sep 2019, 06:26

Erzähl mal! :-D
50+ , na und, Kritik an meiner Fahrweise dulde ich auch heute noch nicht.(Quelle: Monika G.)
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon blacknorge » Fr 13. Sep 2019, 07:39

Hallo Hans,

da schließe ich mich mal an: bitte schreib unbedingt, wie es euch weiter ergangen ist. Und ganz am Rande: wie hat sich die V85TT weiter geschlagen?

Beste Grüße
Borni
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Fr 13. Sep 2019, 09:31

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Tagelanger Aufwand wegen dem Führerschein und dem Fahrzeugschein.
Dass die Papiere noch wichtig werden würden merkten wir später.

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Vorsichtshalber lies ich den übermässigen Haarwuchs auf dem Kopf und im Gesicht bei einem Friseur in Kashgar entfernen.
Es war bekannt, dass wegen anderer Möglichkeiten für die nächsten Übernachtungen nur sehr schlechte Unterkünfte mit rudimentären Sanitäranlagen bereit stehen würden.

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Nach den ganzen Schotterpässen in Kirgisien, freuten wir uns auf asphaltierte Straßen.

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Nach der Taklamakan ging es bergauf und der Asphalt wurde leider weniger.

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Gut durchgeschüttelt kamen wir in unserem Domizil an.
Es gab zwar eine Toilette, waschen musste man sich mit dem Wasser aus einem Bottich im Freien.
Für viele Teilnehmer eine ganz neue Erfahrung.

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Von nun an begannen Pässe mit Höhen über 5000 m, von denen wir insgesamt 13 Stück fuhren.

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Man beachten die Verkehrsschilder.
Zumeist waren sie wenig hilfreich.

Kontrollwahnsinn:

Alles was in irgendeiner Form mit google zu tun hat funktioniert in China nicht.
So wird man mehr oder weniger gezwungen whats.me zu verwenden, was vom chinesischen Staat kontrolliert werden kann.

Die offiziellen Betreuer für den Grenzübergang und die Zulassung/ Führerschein waren sehr unangenehme Personen.
Wir hatten wirklich Bedenken, dass uns der Rest der Reise eine kontrollierte Fahrt Motorrad an Motorrad blühen würde.

Aber es kam anders.
Der offizielle Guide, der uns die gesamte Strecke in Tibet begleitete war ein Tibeter dem es sehr peinlich war, dass wir so oft kontrolliert wurden und nervige Probleme auszuhalten hatten.

Die Region Xinjang mit der Hauptstadt Kashgar wird überwiegend von Uiguren bewohnt.
Die Region Tibet wird überwiegend von Tibetern bewohnt.
Die Uiguren, wie auch die Tibeter wollen unabhängig von den Chinesen sein.
Die chinesische Regierung drangsaliert die ursprüngliche einheimische Bevölkerung mit allem was man sich vorstellen kann nur um Macht zu demonstrieren.
Der ganze Kontrollwahnsinn gilt unverändert für die einheimische Bevölkerung.

Die Polizisten und Militärs an den Kontrollposten waren uns gegenüber immer ausgesprochen nett.
Sie machten ihre Arbeit, was sollten sie auch sonst tun.
Alle zwei Stunden bei den Kontrollen fotografiert zu werden, damit die biometrischen Daten mit dem Reisepass verglichen werden können ist schon abgefahren.

AGLA0131-2.jpg


Ein Beispiel des Wahnsinns:

Um als Ausländer tanken zu dürfen muss man in der Regel bei der Einfahrt in die Tankstelle den Reisepass vorzeigen.
Anschließend werden chinesischer Führerschein und chinesischer Fahrzeugschein kontrolliert.

Mit Motorrädern darf man nicht an der Zapfsäule tanken.
Man bezahlt für meistens 12 Liter Benzin, dass in einer an der Tankstelle vorhandenen Kanne Platz hat.
Anschließend befüllt der Tankwart die Kanne.
Man geht mit der Kanne zu dem am weitesten von der Zapfstelle entfernten Parkplatz für das Motorrad und befüllt den Tank mit der Kanne.

Warum einfach, wenn es umständlich auch geht.
Irgendwie muss man die meist mit 250 ccm Motorrädern motorisierten Einheimischen ärgern.

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Glück hatten wir mit unserem Guide.
Wie schon die Wochen zuvor, vereinbarten wir immer Treffpunkte, meist an den Kontrollstellen und konnten den ganzen Tag frei und unbeobachtet fahren.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Fr 13. Sep 2019, 19:27

Hallo Hans

Sehr interessant und gut auf den Punkt gebracht sind deine Beschreibungen - die Tour oder speziell auch die Seidenstraße würden mich auch sehr reizen - aber der Kontrollwahnsinn ist schon heftig - weiss nicht, ob ist mir das antun will - zumal bei ü60 noch die ärztliche Untersuchung zum Aufwand dazukäme.

Auf jedenfalls sehr spannend - danke nochmal.

Michael
PS: Die V85TT hat sich gut gehalten - oder gab es da technische Probleme?
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Sa 14. Sep 2019, 13:53

Hallo Michael,

bitte den Kontrollwahnsinn nicht überbewerten.

Bis auf einige Zeit und Nerven kosteten uns die Kontrollen nichts.
Die Kontrollen beziehen sich ausschließlich auf die Regionen Xinjang und Tibet (China).
Die letzten Tage waren wir in der Region Nunnan (China) unterwegs.
Dort gab es weder Kontrollen, noch irgendwelche anderen Schikanen, wie z.B. das Tanken mit Kannen.

Die ärztlich Untersuchung für Ü60-jährige kostet ca. € 350.--.
Untersucht wird nichts.
Die Teilnehmer die älter als 60 Jahre waren bezahlten ihr Geld und bekamen die Bestätigung.
Ob man die Zahlung als Schmiergeld oder Unterstützung einer Einzelperson bezeichnet, bleibt jedem selber überlassen.

Das größte Problem ist, dass man mit dem eigenen Fahrzeug in China nicht ohne offizielle Begleitperson reisen darf.
Was ich gehört habe, werden für die offizielle Begleitperson € 700.-- bis € 1000.--/ Tag berechnet.

Ich wollte die nächste Zeit noch berichten wie es uns weiter ergangen ist.
Am Schluss werde ich etwas über die Motorräder schreiben.
Hoffentlich ist diese Vorgehensweise für dich in Ordnung.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Sa 14. Sep 2019, 14:43

Der Weg durch das tibetische Hochland zum Mount Kailash, einem heiligen Berg der Tibeter

Als wir morgens gegen 8.00 Uhr starteten hatten wir tolles Wetter.
Größtenteils wolkenloser Himmel, tolle Fernsicht.

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Was für ein unbeschreibliches Gefühl.
Du fährst mit deinem eigenen Motorrad mutterseelenallein auf einer Höhe von 4500 Meter über dem Meer ohne jeglichen Verkehr auf meist gut asphaltierter Straße und wirst mit dem Staunen nicht fertig.
Links und rechts türmen sich schneebedeckte Berge.

Die Region ist äußerst dünn besiedelt.
Von Zeit zu Zeit sieht man einige Yaks, Wildesel, Antilopen oder kreisende Geier.

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Ich bog einmal von der Straße ab und fuhr einige Kilometer über unbefestigtes Gelände in ein Seitental.
Nachdem ich abgestiegen war, setzte ich mich auf ein kleinen Anhöhe und lies alles auf mich wirken.

Nach einigen Minuten stellt sich in mir eine Entspanntheit ein, wie ich es schon lange nicht mehr gespürt hatte.
Vielleicht war es die dünne Luft, die Ruhe oder einfach alles zusammen.
Es war ein Gefühl als würden alle Strapazen der Anreise mit einem Schlag vergessen sein.
Dieses Tibet hat schon etwas mystisches.

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Meine "Museminuten" wurden aber bald beendet.
Schlechtes Wetter zog auf.
Die Temperaturen fielen auf 0 Grad C und der gesamte Nachmittag war ein einziger Schneesturm.
Durchgefroren und durchgenässt, mein 20 Jahre altes Goretexinlet war nicht wasserdicht, kam ich am Abend am Kailash an.
Meine Mitfahrern ging es nicht besser.
Es hatte wirklich über Stunden geschneit was nur herunterfallen konnte.
Teilweise warteten wir bis der Schnee auf der Straße etwas abgetaut war.


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Wie gewohnt gab es in unserer Herberge weder Heizung noch Strom oder warmes Wasser.
Strom gab es nur in der Zeit von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr als das Notstromaggregat lief.
Um wieder etwas Leben in mich zu bekommen, trank ich zwei Kannen Tee.
Welch eine Freude zu wissen, dass man am nächsten Tage mit nassen Klamotten abfahren darf.

Rund um den Kailash sind sehr viele Pilger.
Ich verstehe nicht, wieso man sich nach drei Schritten auf den Bauch legt, aufsteht und dann diese Prozedur solange wiederholt bis man am Ziel ist.
Der Glaube muss wirklich groß sein um die Gläubigen bei diesen äußeren Verhältnissen dazu zu bringen, sowas zu machen.
In der Hoffnung auf besseres Wetter verbrachte ich eine sehr kalte Nacht.
Vorsorglich kaufte ich einige Gebetsfahnen.
Ein gutes Karma kann ja auch in Bezug auf das Wetter hilfreich sein.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Sa 14. Sep 2019, 19:31

Hallo Hans

Danke für die Fortsetzung der eindrücklichen Reisebeschreibung.

Sorry für meine Ungeduld wg. der V85 - es ist eine gute Idee, das Thema Motorräder ans Ende zu stellen. So können wir uns erst auf das Wesentliche, die Reise selbst konzentrieren. Mit welchen Motorrad man fährt, solange es für diese Reise geeignet ist, ist in der Tat Nebensache.

Michael
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » So 15. Sep 2019, 09:00

Mount Everest

Die Fahrt vom Kailash zu unserem Hotel in Saga verlief problemlos.
Meine Kleidung wurde durch den Fahrtwind langsam trocken.
War zwar anfangs richtig kalt, aber es war zum Aushalten.

Fahrt von Saga zum Everest Base Camp

Es könnte ein Traumtag werden!
Trockene Kleidung, schönstes Motorradwetter.
Temperatur nahe 10 Grad C.
Alles perfekt.

15 Kilometer nach dem Start in Saga endet die asphaltierte Straße.
Eine Erdpiste mit Schlaglöchern und Wasserdurchfahrten folgt.

GBSG6733-2.jpg


KETV5585-2.jpg


Alles nicht so schlimm, aber:
In einer Wasserdurchfahrt bleibe ich im tiefen Schlamm stecken.

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WXFV9024-2.jpg


Die Bergungsaktion misslingt.
Ich kann beim Abschleppen die Tiger nicht mehr aufrecht halten und falle mit dem Motorrad ins Wasser.
Nass bis zum Nabel folgt schon wieder ein Tag mit nasser Kleidung.
Ich habe es so satt immer nass zu sein und ständig zu frieren.
Die Tiger nimmt es gelassen.
Ein kurzer Knopfdruck und der Motor schnurrt, als ob nichts gewesen wäre.

QYKT6687-2.jpg


Manch Anderem ergeht es nicht besser.
Die Guzzi muss nach einem Abflug diverse Kaltverformungen wegstecken.
Aber sie läuft und wird uns weiter begleiten.

Die Fahrt zum Everest entschädigt dafür mit tollen Panoramen und schönem Wetter.

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Übernachten werden wir in einem Gebäude mit sehr schlecht ausgestatteten Zimmern und einem Donnerbalken als einzige sanitäre Einrichtung

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gegenüber des Rongbuk-Klosters in einer Höhe von 5023 Meter (zeigte die app an).

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Leider ist es nicht mehr möglich bis zum Kloster mit dem eigenen Fahrzeug zu fahren.
Ca. 20 Kilometer vor dem Kloster muss man private Fahrzeuge abstellen und wird mit einem kostenpflichtigen Bus zum Kloster gebracht.

Nach einem kurzen Fußmarsch kommt man zu einem Aussichtspunkt auf den Everest.
Dies ist derzeit die am nächsten zum Everest liegende Stelle die man betreten darf.
Die Bergsteigersaison endete Ende Juli.
Das basecamp wurde zwischenzeitlich aufgelöst.

Bitte bezüglich der Everest Bilder nicht überrascht sein.
Die Everest Bilder die man üblicherweise zu sehen bekommt sind von der Südseite.
Von Tibet aus ist aber nur die Nordseite des Everest zu sehen.
Wir hatten riesiges Glück den Everest zu sehen.
Laut Aussagen der Einheimischen ist in der Regel der Everest oft über Wochen in Wolken gehüllt.

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Und wer jetzt dachte es war nur eine langweilige Panoramafahrt den muss ich enttäuschen.
Der Fahrspass kam natürlich nie zu kurz.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon werner » So 15. Sep 2019, 11:39

Toller Bericht! Vielen Dank!
-w-
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » So 15. Sep 2019, 21:37

Sehr schön geschrieben :clap:
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Di 17. Sep 2019, 10:48

Einige Bilder von der Strecke zwischen dem Everest und Lhasa.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Luhbo_ » Di 17. Sep 2019, 18:05

War sicher nicht zu teuer :)
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Mi 18. Sep 2019, 09:23

Luhbo_ hat geschrieben:War sicher nicht zu teuer :)


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Meinst du das Gespann?

Wie teuer es ist kannst du bei Alois Löw anfragen.
Der importiert die Gespanne schon seit Jahren.

http://www.seitenwagen.cc/728561a15d0ea930a/index.html

Den Fahrer des Gespannes und seine Begleiterinnen, sowie sie aussahen Ehefrau und Tochter, durfte ich nicht fotografieren.
Es war auffällig, dass die Chinesen ohne jede Scham und Rücksicht alles betatschten und fotografierten was ihnen zwischen die Finger und vor die Linse kam, wir langnasigen Ausländer eingeschlossen.

Wollten wir aber Fotos von Ihnen machen waren sie sehr zurückhaltend und lehnten oft ab.
Das jahrzehntelange System der Überwachung und Schikane hat sich offenbar in den Gehirnwindungen der Chinesen fest eingebrannt.
Lieber ein gemeinsames Foto mit Ausländern zu wenig als auf Grund eines Fotos Probleme zu bekommen.

Einfach eine andere Welt.
Ich möchte nicht tauschen.
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