Ausflug nach China

Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Do 8. Aug 2019, 05:50

Nach einer langen Fahrt einschl. vieler Kilometer übler Piste sind wir in Astrachan an der Wolga gelandet. Bilder folgen. Leider konnte ein Fahrer im tiefen Sand seine BMW nicht stabilisieren und hatte einen Sturz. Seine auf dem Sozuisplatz mitfahrende Ehefrau riss sich dabei eine Sehne im Knöchel. Sie wird die nächsten Tage im Begleitfahrzeug mitfahren, bis die Schwellung abgeklungen ist. Meine Tiger kommt heute zum Felgenspezialisten. Nach seiner Aussage kann er die Felge so reparieren, dass sie wie neu ist. Kosten wird mich der Spass € 140.--. Nach der Piste gestern habe ich einfach ein besseres Gefühl auf den Pisten, wenn ich weiss, dass die Felge keine Schwachstelle hat. Inzwischen ist es soweit, dass wir überall wo wir stehen bleiben die Sehenswürdigkeit sind. Viele Leute haben den Wunsch Fotos mit uns zu machen, dem wir natürlich gerne nachkommen.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon werner » Do 8. Aug 2019, 08:07

Wieso seit ihr eigentlich nicht nördlich vom Schwarzen Meer entlang? Oder wenn unten herum, nicht über Iran nach Turkmenistan..?

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Do 8. Aug 2019, 10:54

Die 140,00 Euro sind bestimmt gut investiert und bei dem Gesamtbuget sicher eher zu vernachlässigen. Sich ständig zu fragen, ob der Reifen die Luft hält, mindert die Konzentration und man fährt u.U. Passagen zu zaghaft, was dann erst zu einem Problem werden kann.

Die bedauerliche Knöchelverletzung führt mich zur Frage, wie die Anforderungen hinsichtlich Sicherheitsbekleidung sind. Trug die Sozia Endurostiefel? Sind diese Pflicht?

Welche Gepäcksysteme (Alu-Koffer oder Taschen) haben die Teilnehmer? War möglicherweise die Verletzung am Knöchel auch durch den Alu-Koffer bedingt?

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Do 8. Aug 2019, 12:08

werner hat geschrieben:Wieso seit ihr eigentlich nicht nördlich vom Schwarzen Meer entlang? Oder wenn unten herum, nicht über Iran nach Turkmenistan..?

-w-

Es ist eine geführte Reise mit vorgebuchten Hotelübernachtungen. Der Reiseveranstalter gibt in der Reisebeschreibung die Strecke vor. Mit der Buchung erkennt man unter anderem den Streckenverlauf an. Einen Konsens der Teilnehmer über den grunsätzlichen Streckenverlauf zu erreichen, z.B. durch den Iran, wäre vermutlich nicht möglich.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Do 8. Aug 2019, 12:19

Kuzel hat geschrieben:Die 140,00 Euro sind bestimmt gut investiert und bei dem Gesamtbuget sicher eher zu vernachlässigen. Sich ständig zu fragen, ob der Reifen die Luft hält, mindert die Konzentration und man fährt u.U. Passagen zu zaghaft, was dann erst zu einem Problem werden kann.

So sehe ich das auch.

Die bedauerliche Knöchelverletzung führt mich zur Frage, wie die Anforderungen hinsichtlich Sicherheitsbekleidung sind. Trug die Sozia Endurostiefel? Sind diese Pflicht?

Die Sozia trug Endurostiefel. Pflicht sind sie nicht. Ich bin der einzige Teilnehmer ohne Endurostiefel. Ich fahre mit knöchelhohen Alpinstars Sommerschnürstiefeln. Vorgeschrieben ist ein geschlossener Helm mit Kinnschutz.

Welche Gepäcksysteme (Alu-Koffer oder Taschen) haben die Teilnehmer. War möglicherweise die Verletzung am Knöchel auch durch den Alu-Koffer bedingt?

An allen Motorräder sind Koffer, bis auf drei Teilnehmer mit Kunststoffkoffern ausnahmslos Alukoffer.
Alukoffer werden vom Veranstalter empfohlen.
Die Verletzung ergab sich, weil das Motorrad so unglücklich umfiel, dass der Fuss unter einem Alukoffer war, das Bein aber nicht.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Do 8. Aug 2019, 13:27

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Do 8. Aug 2019, 13:43

Die Piste verlangte manchem so viel ab, dass er danach zum Dank es geschafft zu haben zu Boden sank.
Die Piste war wirklich übel.
Staub, feiner Sand, grober Schotter, Autos, LKW alles was man nicht unbedingt haben will, wenn man noch 10000 Kilometer vor sich hat.
Du kommst aus der Wüste und an den ersten Strassenbuden siehst du Fische hängen. Ein Gedanke im falschen Film zu sein, kann da schon mal aufkommen, was dem Spass als wir die Fellmützen entdeckten aber keinen Abbruch tat.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Do 8. Aug 2019, 13:46

Kurven sind zurzeit vermutlich eher Mangelware - dafür gibt es umso mehr Staub.

Edith: Hat sich mit dem letzen Beitrag überschnitten.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon werner » Do 8. Aug 2019, 21:34

Grüße an den Berliner in der Reisegesellschaft!

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon guzzipapa » Fr 9. Aug 2019, 11:09

Die Bilder sind interessant zum anschauen. Solche Straßen sind schon eine ganz andere Herausforderung an den Fahrer als unsere bekannten Motorradstraßen mit vielen Kurven und gutem Asphalt.
Was ich mir auch gedacht habe: Wenn man deutsch Maßstäbe anlegt, was würde wohl die Behörde für Lebensmittelsicherheit zu den Fischen am Straßenrand sagen :schimpfe: oder gar ein beflissener TÜV Prüfer zu deiner zurechtgedengelten Felge? :schimpfe: :schimpfe:

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Sa 10. Aug 2019, 14:34

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Sa 10. Aug 2019, 14:53

Die Reparatur meiner Felge hat gut funktiöniert. Ein Lob dem russischen Spezialisten.
Bei den schlechten Strecken die wir vor allem gestern hatten, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass die lädierte Felge bei einem Schlag nicht gleich auseinanderbricht.
Der Grenzübertritt Russland - Kasachstan war relativ problemlos nach ca. 1.5 Stunden erledigt.
Danach begrüsste uns Kasachstan mit 60 Kilometer Piste. Nach der Piste währte die Freude über Asphalt beim Anblick des Strassenzustandes nicht lange. 200 Kilometer übelste Schlaglochpiste. Für die Gesamtdistanz von gut 300 Kilometer benötigten wir mit dem Grenzübertritt von 7.30 Uhr bis 19.00 Uhr.
Morgen fahren wir nach Usbekistan. Nach Angaben des Veranstalters haben wir morgen 250 Kilometer der schlechtesten Strasse der gesamten Reise.
Welche Vorfreude: 250 Kilometer in 1. und 2. Gang bei 40 Grad C.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Sa 10. Aug 2019, 15:11

Danke für das Update.

Respekt! Ziemlich fordernd die Strecke. Vermutlich physisch wie auch psychisch - oder? Ist die Stimmung noch gut?

Verwendet ihr Trinkrucksäcke oder macht ihr entsprechende Stopps, um ausreichend zu trinken?

Reduziert ihr den Reifendruck für die Pistenetappen oder fahrt ihr generell mit geringem Reifendruck? Welchen Druck empfiehlt der Veranstalter?

Weiterhin gute Fahrt.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Sa 10. Aug 2019, 17:07

In Russland hatten wir oft Sprachprobleme.
Niemand spricht Englisch oder Deutsch.
In Kasachstan ist das ganz anders.
Die jungen Leute sprechen alle Englisch.
Die Fahrweise der Einheimischen ist nicht so anstregend wie in Russland.
Die Benzinqualität erreicht oft nicht 92 Oktan.
Auf Drehzahlorgien verzichte ich zur Zeit lieber.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Sa 10. Aug 2019, 17:18

Kuzel hat geschrieben:Danke für das Update.

Respekt! Ziemlich fordernd die Strecke. Vermutlich physisch wie auch psychisch - oder? Ist die Stimmung noch gut?

Die Stimmung ist noch sehr gut.
Mal sehen wie es mit der Stimmung weitergeht, wenn die Übernachtungsmöglichkeiten immer schlechter werden.

Verwendet ihr Trinkrucksäcke oder macht ihr entsprechende Stopps, um ausreichend zu trinken?

Zwei Teilnehmer verwenden Trinkrucksäcke. Die anderen halten an wenn sie durstig sind.
In der Regel ist freies Fahren.
Das heisst, es wird z.B. festgelegt, dass der am vordersten Fahrende, nach ca. 100 Kilometer einen Halt einlegt wo sich dann alle wieder treffen.
Das funktionierg gut. So kann jeder wann er will z.B für ein Foto anhalten, ohne dass die gesamte Gruppe warten muss.
Die Wartezeiten bis alle wieder beisammen sind, sind in aller Regel sehr kurz.

Reduziert ihr den Reifendruck für die Pistenetappen oder fahrt ihr generell mit geringem Reifendruck? Welchen Druck empfiehlt der Veranstalter?

Bis jetzt hatten wir keine reinen Sandetappen, wo wir den Reifendruck reduzieren hätten müssen.
Dem Reiseveranstalter ist es, glaube ich, ziemlich egal welchen Reifendruck wir fahren.

Weiterhin gute Fahrt.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Mo 12. Aug 2019, 11:39

Zwischenzeitlich sind wir in der Weltkulturerbestadt Kiva in Usbekistan angekommen.
Nach tagelanger Fahrt durch flache Wüste und Steppe tat es richtig gut wieder einmal ein paar Hügel zu sehen.
Auch wenn wir jetzt keine reinen Pisten fahren, macht die Fahrerei auf Grund des Strassenbelages keinen Spass.
Topasphaltierte Teilstücke wechseln nach einigen Kilometer abrupt und ohne Hinweise in üble Schlaglochpassagen.
Es ist tatsächlich nur Benzin mit 80 Oktan erhältlich. Super gibt es gar nicht. Wenn wir Glück haben kommen wir morgen zu einer Tankstelle mit 91 Oktan Benzin.
Auf Nachfrage wie die V85TT das Benzin verdaut, bekam ich keine Antwort.
Der Guzzifahrer hat sich zwischenzeitlich als schwer in die Gruppe integrierbarer Bursche herausgestellt.
Nur ein Beispiel:
Wir fuhren heute extra um 7.00 Uhr weg, damit wir mehr Zeit haben um uns Kiva anzusehen.
Die Gruppe fuhr trotz der Strassenbeschaffenheit wenn möglich 100 bis 110 km/h.
Der Guzzifahrer wollte aber heute seinen Entspannungstag einlegen und fuhr nicht schneller als 90 km/h, wodurch die Gruppe bei jedem Tankstopp lang auf ihn warten musste.
So macht man sich "Freunde".
Morgen fahren wir nach Buchara.
Hoffentlich gibt es da vernünftiges Benzin.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Mo 12. Aug 2019, 15:10

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Mo 12. Aug 2019, 16:46

Auch wenn auf den untersten Bild die Zahl 91 steht, erhältlich ist 91 Oktan Benzin nicht.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon hans » Do 15. Aug 2019, 10:39

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Do 15. Aug 2019, 11:21

Samarkand ist erreicht.
Nach knapp 8000 Kilometer ist ungefähr die Häfte der Strecke geschafft.
Heute ist Ruhetag.
Zeit die Motorräder auf lockere und fehlende Teile zu untersuchen, die Wäsche zu waschen, ein bisschen sightseeing, ganz viel faulenzen und erholen.
Usbekistan war bisher anstregend aber interessant.
Die Leute sind uns gegebüber sehr nett und haben richhig Spass, wenn sie sich auf ein Motorrad setzen oder sich mit den Motorrädern fotografieren lassen dürfen.
Inzwischen wissen wir auch warum es nur alle 100 bis 200 Kilometer Tankstellen mit Benzin gibt.
Die Usbeker fahren fast ausnahmslos Autos mit Gasmotor. Gastankstellen gibt es wie Sand am Meer.
Bis jetzt haben alle Motorräder die 80 Oktan Plörre mit mehr oder weniger starkem Klingeln überlebt.
Das Preisniveau in Usbekistan ist etwa halb so teuer wie in Deutschland.
Die alten Städte der Seidenstrasse sind sehenswert, brachten aber die meissten von uns nicht dazu vom Anreisemodus in den Urlaubsmodus umzuschalten.
Irgendwie möchte inzwischen jeder nur noch weg von der flachen ebenen Wüste und Steppe und wieder einmal Kurven und Berge fahren, was wir ab übermorgen in Kirgisien auch wieder werden.
Bei der letzten Besprechung war ich etwas überrascht, dass bei der Ankündigung, dass wir in Kirgisien mehr als 600 Kilometer Piste haben die über vier Bergpässe führt von uns allen keine Reaktionen sichtbar waren.
Nachdem was bis jetzt alles geschah kommt es mir vor als ob jeder von uns die Meinung hat, es ist komplett egal welche Art von Strassen wir fahren, wir fahren bis nach China.
Heute haben wir die neuen Reifen bestellt die in Kashgar auf die Motorräder die nicht nur bis Lhasa sondern noch über Shangri La bis Dali fahren aufgezogen werden.
Nach einigen reinigenden Aussprachen unter den Tourteilnehmern und einigen Wünschen an die Reiseleitung, die auch umgesetzt wurden, ist wieder eine gute bis sehr gute Stimmung aller Teilnehmer vorhanden.
Hier in Usbekistan kam ich mit meiner Triumph Tiger 800 xrt an die Grenzen des Fahrwerks.
Mehr Bodenfreiheit, Gabel und Federbein mit mehr Federweg und Speichenfelgen wären sehr angenehm.
Mit einer reinen Strassenmaschine wie der V11 wären die Strassen hier der reinste Eiertanz.
Ausser ein paar alten Zweitaktern und alten Dnepr sieht man fast keine Motorräder.
Vielleicht deshalb, weil das Klima mit Temperaturen von - 25 Grad C im Winter bis + 50 Grad C im Sommer nicht zum Motorradfahren einlädt.
Wir hatten bis jetzt Temperaturen von ca. 35 Grad C, was keine Probleme bereitete.
Morgen sind wir die letzte Nacht in Usbekistan, dann geht es nach Kirgisien.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Luhbo_ » Fr 16. Aug 2019, 07:59

Du schreibst schöne, prägnante Berichte. Sozusagen endlich wieder mal Forum :)
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Fr 16. Aug 2019, 16:05

Und wieder ist das Fernweh ein wenig mehr geweckt - macht echt Lust auf Abenteuer - Danke für die Bilder und Berichte.

Interessant zu wissen, dass die Motoren mit 80 Oktan einigermaßen zurechtkommen. Hat jemand der Empfehlung folgend Aditive dabei, um den Motoren den "schlechten" Sprit etwas "schmackhafter" zu machen? Wenn ja, bringt es etwas?

Du schreibst von 16.000 Km. Meine Beschreibung weißt eine Strecke von 11.800 Km aus. Fährst Du evtl. dann noch die Strecke von Lhasa nach Dali weiter? Habe ich evtl. etwas überlesen?

Schön, dass die Stimmung wieder positiv ist - gute Weiterfahrt.

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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Fr 16. Aug 2019, 18:00

Kein einziger verwendet Benzinzusätze. Einige waren vor der Reise in der Werkstatt und haben die Elektronik umstellen lassen, damit die Motoren 91 Oktan vertragen. Für 80 Oktan hilft diese Massnahme aber auch nicht. Wir geben einfach beim Beschleunigen sehr sachte Gas und vermeiden hohe Drehzahlen, was aber nicht heisst, dass wir, wenn es die Strassen zulassen, keine 130 km/h fahren.
Von den 12 Teilnehmern fahren 7, darunter auch ich, bis nach Dali.
Wir sind schon jetzt mehr Kilometer gefahren als in der Reisebeschreibung vorgegeben waren.
Das ergab sich einfach dadurch, weil wir die Tagesettapen am Vortag festlegen.
Nach der tagelangen ebenen Fläche, freue ich mich wirklich auf die Bergstrassen Kirgisiens.
Ich hoffe der Grenzübertritt morgen dauert nicht zu lange.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Hans2 » Sa 17. Aug 2019, 13:11

O'sh, Kirgisien.

Ortszeit = MESZ + 4 Stunden.

Es gibt wieder Tankstellen mit richtigem Benzin.

Die Motoren liefen am Schluss auch mit dem 80 Oktan Benzin bei moderater Fahrweise ohne zu klingeln.
Moderne Motortechnik mit Klopfsensor funktioniert anscheinend.

Für den Grenzübertritt benötigten wir 3 Stunden, obwohl wir an den PKW und LKW vorbeigewunken wurden.
Ein Grenzer fuhr ein paar hundert Meter bei mir auf dem Soziussitz mit.
Er forderte mich ständig auf Gas zu geben, damit der Motor aufheult.
Schade, dass es niemand fotografieren durfte.
Ich ohne Helm als Fahrer und ein Grenzer im Tarnanzug mit Kalaschnikov als Sozius.
Der Grenzer hatte richtig Freude.
Wie sich herausstellte, wollte er einfach einmal auf einem Motorrad mitfahren.

Eine BMW ist momentan in der Werkstatt.
Im Hinterreifen ist ein Loch, dass nicht mehr geflickt werden kann.
Hoffentlich haben die einen passenden Reifen für ihn.

Für den Teilnehmer mit der Ducati Multistrada ist die Reise zu Ende.
Er hatte sich in Istanbul den Magen verdorben und bekam schlimmen Durchfall.
In Safranbolu, Türkei, stürzte er vermutlich wegen Kreislaufproblemen in der Dusche so unglücklich, dass er sich eine grosse Platzwunde an der Augenbraue zuzog die genäht werden musste.
Die folgenden beiden Tage fuhr er im Bus mit.
Der uns begleitende Mechaniker fuhr die Ducati.
Danach fuhr er wieder selber.
In Samarkand wurden ihm vor zwei Tagen die Fäden gezogen.
Leider stürzte er am Abend dieses Tages erneut und hatte wieder eine Platzwunde unmittelbar neben der alten Verletzung, die wiederum genäht werden musste.
Bei den Untersuchungen im Krankenhaus wurde festgestellt, dass sein Körper völlig dehydriert war.
Er hatte wegen den Durchfallproblemen über Tage zu wenig getrunken.
Einer der Reiseteilnehmer ist Tierarzt.
Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus führte der Tierarzt ein Gespräch mi dem Ducatifahrer und wies in unter anderem darauf hin, dass sich die Kreislaufprobleme bei den grossen Höhen auf denen wir uns beginnend ab morgen bewegen für ihn nicht ganz ungefährlich sind.
Nach telefonischer Rücksprache mit seinem Hausarzt fasste der Ducati Fahrer den Entschluss, dass er die Reise heute in O'sh abbrechen wird.
Im Moment wird der Rücktransport der Ducati und sein Rückflug von der Reiseleitung organisiert.
Er wird heute noch mit uns zu Abend essen, dann trennen sich unsere Wege.

Ich habe mir die V 85 TT gestern einmal alleine genauer angesehen.
Der Guzzifahrer würde nie zugeben, wenn er Probleme hätte.
Ob der begleitende Mechaniker an der Guzzi schon etwas schrauben musste, weiss ich nicht.
Äusserlich macht die V 85 TT einen sehr sauberen Eindruck.
Man sieht nichts, dass der Motor schwitzen würde oder irgendwo am Kardan irgendwelche Unregelmässigkeiten wären.
Auch die Verkleidung und das Cockpit sehen einwandfrei aus.
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Re: Ausflug nach China

Beitragvon Kuzel » Sa 17. Aug 2019, 14:45

Das ist ja wirklich ausgesprochenes Pech für den Ducatifahrer. Ich bin eher nicht so der Fan von organisierten Touren, aber wenn man aus gesundheitlichen Gründen abbrechen muss, ist man sicher froh, wenn eine Reiseleitung sich kümmert.

Hoffe, für den Rest der Gruppe läuft es ohne grössere Komplikationen.

Michael
PS: Schade, dass der V85-Fahrer so wenig kommuniziert.
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